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14. KaufBar für alle: Mittendrin statt außen vor - ZusammenWIRken für faire Chancen und Teilhabe

Ein niedrigschwelliges Nachbarschaftsprojekt zur Stärkung von Familien, zur Prävention von Kinderarmut und zur nachhaltigen Förderung sozialer Teilhabe und Gerechtigkeit

1.februar 2017 003 , fullsizerender , sozialkaufhaus bs 3

Das Projekt

Mit dem Projekt „KaufBar für alle“ stärkt das Deutsche Rote Kreuz gezielt die Nachbarschaftsentwicklung im Braunschweiger Bahnhofsviertel, im Bebelhof und angrenzenden Wohngebieten. Im Mittelpunkt steht der Aufbau tragfähiger sozialer Netzwerke, um Familien in belasteten Lebenslagen frühzeitig zu unterstützen, Kinderarmut präventiv zu begegnen und nachhaltige Teilhabe zu ermöglichen. Das soziokulturelle Zentrum DRK-KaufBar dient als zentraler Treffpunkt im Quartier. Hier werden Begegnung, Austausch, bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfe angestoßen. Durch vielfältige, niedrigschwellige Angebote wie gemeinsame Kaffeerunden, Kreativwerkstätten, Kleidertauschpartys, Infoabende, Sprachcafés oder Unterstützungsangebote bei Behördenkontakten entstehen neue soziale Verbindungen. Die Bewohner:innen erleben Wertschätzung, Teilhabe und Selbstwirksamkeit. Das Projekt ist auf fünf Monate angelegt und umfasst drei Phasen: Aktivierung & Erreichbarkeit der Zielgruppen Stabilisierung & Vernetzung von Gruppen und freiwilligem Engagement Verstetigung & Empowerment durch Schulungen ehrenamtlicher Multiplikator:innen Zwei Fachkräfte (Projektkoordination und Sozialpädagogik) begleiten die Bewohner:innen professionell nach den Grundsätzen der Gemeinwesenarbeit: lebenswelt- und ressourcenorientiert, sozialraumbezogen, vernetzend. Im Zentrum stehen die Stärkung elterlicher Kompetenzen, die Förderung von Selbsthilfe und die Verbesserung sozialer Gerechtigkeit im Alltag. Wirkungsebene: Das Projekt erreicht Kinder, Jugendliche, Eltern, ältere Menschen und Alleinlebende im Quartier. Es wirkt präventiv gegen Isolation, fördert Teilhabechancen, beugt Bildungsbenachteiligung vor und aktiviert lokale Potenziale. Das gemeinsame Engagement der Bewohner:innen fördert demokratische Teilhabe, soziale Verantwortung und stärkt langfristig den sozialen Zusammenhalt. Das Projekt ergänzt vorhandene kommunale Strukturen um eine aktivierende und alltagsnahe Nachbarschaftsarbeit und trägt so messbar zur Armutsprävention, zum Empowerment benachteiligter Gruppen und zur Lebensqualität im Stadtteil bei.

Ausgangslage

Der Stadtbezirk 130 Mitte in Braunschweig wurde am 1. Oktober 2021 durch die Zusammenlegung der bisherigen Stadtbezirke Innenstadt und Viewegsgarten-Bebelhof gebildet. Mit rund 27.350 Einwohner:innen ist er einer der zentralen und vielfältigsten Bezirke der Stadt . Geografisch umfasst der Bezirk sowohl die historische Altstadt innerhalb der Okerumflut als auch Gebiete südlich des Hauptbahnhofs, darunter den Bebelhof. Die Innenstadt bildet das kulturelle und wirtschaftliche Herz Braunschweigs, während der Bereich um den Hauptbahnhof und der Bebelhof durch umfangreiche Gleisanlagen geprägt sind . Projektgebiet sind hierbei die Gebiete des Hauptbahnhofs einschließlich Ackerstraße, Bebelhof und der östliche Teil der Helmstedter Str./Georg-Westermann-Allee. Diese Bereiche sind geprägt durch viele Anwohner:innen mit Zuwanderungsgeschichte, Langzeiterwerbslose sowie geringqualifizierte Menschen und Familien mit vielen Kindern und einer lückenhaften und wenig angemessenen Infrastruktur (wenige kleine Treffpunkte, wenig Grünfläche, kaum Spielangebote). Darüber hinaus gibt es im Quartier kein ausgeprägtes Gemeinsamkeitsgefühl, ganz im Gegenteil werden einzelne Bereiche ausgegrenzt. Diesen Herausforderungen wollen wir mit diesem Projekt aktiv begegnen, indem wir die Menschen zusammenbringen und soziale Verantwortung fördern.

Ansatz und Methodik

Die Maßnahmen werden im Rahmen der Gemeinwesenarbeit (GWA) umgesetzt, einem sozialraumorientierten Ansatz, der die Ressourcen, Bedürfnisse und Potenziale der Bewohner:innen eines Stadtteils in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, soziale Teilhabe, Chancengleichheit und den Zusammenhalt im Quartier zu stärken. Die GWA arbeitet niedrigschwellig, aktivierend und partizipativ. Sie setzt auf Beziehungspflege, Vertrauensaufbau und Beteiligung, um insbesondere benachteiligte Gruppen zu erreichen. Dabei werden bestehende kommunale Strukturen ergänzt durch alltagsnahe, lebensweltorientierte Angebote direkt im Wohnumfeld. Die Bewohner:innen werden als Expert:innen ihres Lebensraums verstanden und zur aktiven Mitgestaltung motiviert. Durch diese sozialraumbezogene, empowernde Herangehensweise trägt die GWA nachhaltig zur Armutsprävention, sozialen Integration und Verbesserung der Lebensqualität bei.