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34. Ein Viertel - viele Chancen

Mehr Gerechtigkeit, Teilhabe und Zusammenhalt im Kennedyviertel

Das Projekt

"Ein Viertel - viele Chancen" ist ein sozialraumorientiertes Projekt zur Förderung von Chancengleichheit und Teilhabe im Stadtteil. Im Fokus stehen Kinder, Jugendliche und Familien, die aufgrund von sozioökonomischen, kulturellen oder strukturellen Barrieren erschwerten Zugang zu Bildung-, Freizeit- und Unterstützungsangeboten haben. Zielgruppe sind insbesondere: - Ein- Eltern- Familien - Familien mit Migrations- oder Fluchterfahrung - schwer erreichbare Gruppen wie z.B. Sinti & Roma - Kinder und Jugendliche aus finanziell belasteten Haushalten Projektbausteine: 1. Kurzfilmprojekt in den Herbstferien: In den Herbstferien bieten wir ein Kurzfilmprojekt für bis zu 15 Kinder & Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren an. Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam mit pädagogischer und medienpädagogischer Begleitung ein Drehbuch, setzen dieses filmisch um und übernehmen dabei aktiv Rollen vor und hinter der Kamera. Ziele: Förderung von Kreativität, Medienkompetenz & Teamfähigkeit, Stärkung des Selbstwertgefühls, Thematisierung von Vielfalt, Zusammenhalt & Lebensrealitäten im Viertel, Sichtbarkeit der Perspektiven 2. Mädchengruppe: Ein geschützter Raum für Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren. In regelmäßigen Treffen werden Aktivitäten wie kreative Workshops, Bewegung, Enpowerment-Angeboten & Gespräche angeboten - orientiert an den Interessen & Bedürfnissen der Teilnehmerinnen. Ziele: Stärkung von Selbstbewusstsein & soziale Kompetenzen, Förderung von Selbstbestimmung, Raum für Austausch über Themen wie Identität, Rollenbilder, Gesundheit & Bildung, Politische Partizipation 3. Spielnachmittage: Regelmäßige offene Spielangebote für Kinder im Stadtteil - insbesondere für jene, die aus verschiedenen Gründen nicht an anderen Angeboten teilnehmen können (z.B. Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Einrichtungen). Ziele: Förderung von sozialem Lernen, Kreativität & Sprachentwicklung, Entlastung der Familien in belasteten Alltagssituationen 4. Ausflüge in den Sommerferien (2 Tagesfahrten): Zwei Ausflüge für Familien mit geringen finanziellen Mitteln, die sonst kaum Zugang zu Freizeit- & Erholungsangeboten haben. Die Fahrten werden kostengünstig gestaltet, sodass Familien mit ihren Kindern teilnehmen können. Ziele: Ermöglichung von Ferienerlebnissen unabhängig vom Einkommen, Stärkung des Familienzusammenhalts Ergänzende Maßnahmen: zusätzlich bieten wir niedrigschwellige, kultursensible Verweisberatung an- hierfür richten wir gesonderte Zeiten ein

Ausgangslage

Im Stadtteil Bloherfelde / Eversten leben viele Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen. Besonders betroffen sind Familien mit Migrations- & Zuwanderungsgeschichte, Einelternfamilien sowie Bevölkerungsgruppen mit erschwertem Zugang zu Bildung & Teilhabe, wie etwa Sinti & Roma. Häufig fehlen finanzielle Mittel, um an Freizeit-, Bildung- oder Unterstützungsangeboten teilzunehmen. Unser Projekt setzt hier an: Durch eine regelmäßige Mädchengruppe, offene Spielnachmittage, Ausflügen und ein Kurzfilmprojekt schaffen wir geschützte Räume für Begegnung, Stärkung und Austausch. Ergänzt wird das Projekt durch niedrigschwellige, kultursensible Verweisberatung, die Familien passgenau bei Fragen zu Bildung, Gesundheit und sozialen Unterstützungsleistungen begleitet. Ziel ist es, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Vertrauen aufzubauen und individuelle Chancen zu fördern - direkt im Viertel, nah an den Menschen. Im Kennedyviertel leben viele Ein-Eltern-Familien, kinderreiche Familien, Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte sowie zunehmend alleinlebende Seniorinnen und Senioren. Der Großteil von ihnen ist auf Bürgergeld, Grundsicherung oder ergänzende Leistungen wie Kinderzuschlag, Wohngeld angewiesen. Vor diesem Hintergrund sehen wir die Angebote unseres Projekts "Ein Viertel - viele Chancen" als besonders wertvoll an: Direkt im Wohnumfeld der Menschen verortet, dementsprechend leicht zugänglich und bedarfsgerecht. Wir hoffen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner diese Räume und Angebote nicht nur nutzen, sondern ihnen auch neue Funktionen zuschreiben - als Orte der Begegnung, der Mitgestaltung und des gemeinsamen Wachsens.

Ansatz und Methodik

Die bisherige Nachbarschaftsarbeit im Kennedyviertel (Stadtteil Bloherfelde / Eversten) basiert vor allem auf erfarungsbegleitentem Engagement, vertrauensvollen Beziehungen zu Bewohner*innen sowie einer stetigen Präsens im Sozialraum. Angebote wie offene Treffpunkte, Kindergruppen, Veranstaltungen (z.B. Sommerfeste, Grill-Abende, Kleidertauschpartys), informelle Beratung und Unterstützung im Alltag sind zentrale Bestandteile dieser Arbeit. Dabei standen insbesondere niedrigschwellige Zugänge, unterkulturelle Sensibilität und das Erkennen von Bedarfen "vor Ort" im Mittelpunkt. Unsere Arbeit ist geprägt von einem ressourcenorientiertem Blick auf die Menschen im Viertel und dem Bestreben, Beteiligung auf Augenhöhe zu ermöglichen - auch ohne formalisierte Strukturen. Wir sind mit den Grundsätzen und Methoden der professionellen Gemeinwesenarbeit vertraut - insbsondere mit ihrer sozialräumlichen Ausrichtung, der Aktivierung lokaler Ressourcen und dem Anspruch, strukturelle Benachteiligung zu bearbeiten. Unsere Arbeit orientiert sich an zentralen GWA-Prinzipien: Lebensweltorientierung, Empowerment und Beteiligung, Netzwerkbildung und Kooperation im Sozialraum, Abbau von Ausgrenzung und Diskriminierung. Auch wenn unsere bisherigen Ansätze informell oder niedrigschwellig waren, streben wir mit diesem Projekt eine stärkere Professionalisierung an. Dazu gehört die konzeptionelle Weiterentwicklung unserer Arbeit und eine enge Zusammenarbeit mit kommunalen Strukturen und Fachstellen.