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Göttinger und 14. Northeimer Kinder- und Jugendbuchwoche der GEW

Motto: "Vielfalt leben - Herausforderungen und Chancen"

Das Projekt

Als Bildungsgewerkschaft unterstützt die GEW Göttingen schon seit mehr als fünf Jahrzehnten die Leseförderung und Literaturvermittlung in Stadt und Landkreis Göttingen und im Landkreis Northeim. Insbesondere wird durch die Kinder- und Jugendbuchwoche mit dem Motto "Vielfalt leben - Herausforderungen und Chancen" die kulturelle Teilhabe und eine Integration in die Gesellschaft durch die Lesekompetenz als wichtige Kulturtechnik ermöglicht. 4000 - 5000 Schüler*innen aller Schulformen werden in den Genuß mit Autor*innen kommen. Gerade Schüler*innen mit Förderbedarf oder aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen werden über den Lesungsort Schule erreicht. Durch die Kinder- und Jugendbuchwoche wird die kulturelle Vielfalt in der Begegnung mit den Autor*innen und ihren Büchern gefördert und ein Kulturangebot in der Peripherie geschaffen. In diesem Herbst erwarten wir 11 Autor*innen. Unter dem Motto "Vielfalt leben - Herausforderungen und Chancen" sollen Kinder und Jugendliche in Geschichten eintauchen, die Horizonte öffnen und vielfältige Perspektiven auf das Leben in einer diversen Gesellschaft ermöglichen. Es geht um Zugehörigkeit, das Gefühl des Andersseins, das Anerkennen von Unterschiedlichkeit, aber auch um Recht und Gerechtigkeit. Und natürlich ist es nicht immer einfach, mit der Vielfalt des Lebens zurechtzukommen. Da ist Toleranz gefordert, aber auch Mut, Vorurteile zu überwinden und sich Herausforderungen zu stellen. Unser Ziel ist, durch die 100 Begegnungen mit Autor*innen die Neugier auf Literatur zu wecken und die Lust am Lesen zu fördern. Lesekompetenz ist ein Schlüssel für Chancengleichheit und für die Zukunft der Demokratie. Besonders in vielen Grundschulen ist die Jugendbuchwoche als feste Institution im Terminkalender verankert. Zeitgleich finden häufig Leseprojekt-Wochen statt, die durch die Begegnungen mit den Autor*innen bereichert werden. Zum Teil werden die Bücher auch als Literatur gelesen. Vernetzt ist das Projekt mit dem Friedrich Bödecker Kreis e.V. Niedersachsen (FBK) sowie mit der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM). In Kooperation mit dem Lumière in Göttingen und mit der Stadtjugendpflege in Uslar sind im Rahmenprogramm Filmaufführungen geplant. Das Projekt hat einen hohen Anteil ehrenamtlicher Arbeit. Das Organisationsteam arbeitet unentgeltlich; der Transport der Autor*innen während der Jugendbuchwoche erfolgt ebenfalls ehrenamtlich durch die Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen.

Ausgangslage

Im Bildungstrend 2021 hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum dritten Mal untersucht, inwieweit Viertklässler*innen die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen. Im Land Niedersachsen haben die Kinder folgendermaßen abgeschnitten: • Lesen: 21,3 Prozent der Kinder verfehlen den Mindeststandard. 54,0 Prozent erreichen den Regelstandard, 7,0 Prozent den Optimalstandard. • Zuhören: 18,1 Prozent der Kinder verfehlen den Mindeststandard. 57,1 Prozent erreichen den Regelstandard, 7,0 Prozent den Optimalstandard. • Orthografie: 36,7 Prozent der Kinder verfehlen den Mindeststandard. 39,0 Prozent erreichen den Regelstandard, 5,6 Prozent den Optimalstandard. In der PISA-Studie werden die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen getestet. Als Ergebnis wurde deutlich, dass die 15-jährigen in Deutschland in allen Kompetenzbereichen auf die niedrigsten Werte abfallen, die hierzulande im Rahmen von PISA je gemessen wurden. Im Bereich Lesekompetenz erreichen etwa 75 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland das Mindestniveau. Die Gruppe der besonders leseschwachen Schülerinnen und Schüler, die das Mindestniveau verfehlen, liegt bei 25 Prozent. An nichtgymnasialen Schularten liegt der Anteil der Leseschwachen sogar bei 35 Prozent. Die Ergebnisse machen außerdem deutlich, dass die Schere zwischen Kindern mit einem Zuwanderungshintergrund und aus sozioökonomisch benachteiligten Familien gegenüber Kindern aus privilegierteren Familien weiter aufgegangen ist.