Pimp (Y)our Town! – Gemeinsam gegen Armut – Für eine chancengleiche Nachbarschaft
Pimp (Y)our Town! – Gemeinsam gegen Armut – Für eine chancengleiche Nachbarschaft
Das Projekt
Bei unserem Planspiel-Projekt entwickeln die Teilnehmenden Ideen für ihre Kommune. Erreicht werden soll, dass die Teilnehmenden Lösungen für Probleme ihrer Nachbarschaft erarbeiten und sich mit dem Thema der Armut auseinandersetzen. Das Planspiel wird in drei Kommunen durchgeführt. Die Durchführung erfolgt durch Mitarbeitende des Vereins Politik zum Anfassen, der über jahrelange Erfahrung in der Konzeption politischer Bildungsprojekte verfügt - das Projekt ist also realistisch umsetzbar.
Gestartet wird am ersten Projekttag mit Crashkursen, um die Teilnehmenden an kommunalpolitische Entscheidungsfindung heranzuführen. Anschließend werden Ideen gesammelt, wie in der Kommune gegen Armut vorgegangen werden kann. Daraus werden Anträge konzipiert. Am zweiten Tag werden die Anträge von den Teilnehmenden in Ausschusssitzungen diskutiert. Zuvor überlegen die Teilnehmenden, wie die Ideen am besten umzusetzen sind und tauschen sich mit Akteurinnen und Akteuren der kommunalen Politik, der kommunalen Verwaltung und sonstiger kommunaler Einrichtungen und Initiativen aus. Die Anträge werden am dritten Tag nach vorbereitenden Sitzungen in einem großen Plenum nochmals debattiert und abgestimmt. Ein Protokoll mit den Anträgen wird als Empfehlung an den Kommunalrat übermittelt.
Unser Projekt ist wirksam, da die Teilnehmenden die Logiken demokratischer Entscheidungsprozesse kennenlernen und sich zugleich inhaltlich mit Armutsthemen auseinandersetzen. Sie erleben ein Gefühl der Selbstwirksamkeit, indem sie eigene Ideen entwickeln und sich mit diesen mit Akteurinnen und Akteuren der Kommune austauschen. Auch für die Kommunalpolitik ist das Projekt wertvoll: Die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker erfahren, was sich Menschen in der Kommune - gerade auch in Bezug auf das Thema Armut - wünschen. Präsentiert werden neue Sichtweisen auf Themen, die so eventuell gar nicht wahrgenommen werden. Die Politikerinnen und Politiker vor Ort erhalten durch die Anträge Vorschläge, die sie mit in die Ratsarbeit nehmen können. So lassen sich die Vorschläge nachhaltig weiterverfolgen.
Die Durchführung des Planspiels in drei Kommunen bietet einen entscheidenden Mehrwert: Sie ermöglicht einen direkten Vergleich kommunalpolitischer Herausforderungen. Jede Kommune hat eigene lokale Gegebenheiten. Indem Jugendliche in verschiedenen Kommunen ihre Ideen einbringen, entsteht ein vielfältiges Bild davon, was junge Menschen vor Ort bewegt. Gleichzeitig lassen sich Unterschiede erkennen.
Ausgangslage
Das Gefühl, in einer krisengeplagten Welt zu leben, ist heutzutage allgegenwärtig. Die Gesellschaften scheinen zunehmend gespalten und viele Menschen scheinen das Vertrauen in die Lösungskompetenz des politischen Systems verloren zu haben.
Die Herausforderungen, die durch Krisen wie den Klimawandel entstehen, sind besonders schwerwiegend für Menschen, die ohnehin von Armut und sozialer Ungleichheit betroffen sind. Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien erleben oft schon früh, dass sie nicht dieselben Chancen auf Bildung, Freizeit, kulturelle Teilhabe oder politische Mitbestimmung haben. Gefühle wirtschaftlichen Abgehängtseins und politischer Unsichtbarkeit können das Vertrauen in demokratische Verfahren und den Rückzug aus gesellschaftlichem Engagement noch weiter verstärken.
Hier möchte der Verein Politik zum Anfassen mit seinem Planspiel-Projekt ansetzen und dieses in drei verschiedenen Kommunen durchführen. Bei Pimp Your Town! sollen die Teilnehmenden sich auf kommunaler Ebene mit dem Thema der Armut auseinandersetzen und erhalten gleichzeitig die Möglichkeit politischer Mitbestimmung. Das Projekt stärkt das Wissen über Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung ganz unabhängig vom Geldbeutel und fördert so auch das Vertrauen in demokratische Strukturen.
Ansatz und Methodik
Monika Dehmel hat mit dem Verein Politik zum Anfassen e.V. im Auftrag der BauBeCon Stadtentwicklungs GmbH von 2008 bis 2017 das Quartiersmanagement in Garbsen auf der Horst im Rahmen der Sozialen Stadt begleitet, in anderen Nachbarschaften beraten und Projekte für den Zusammenhalt initiiert, diese ermöglichen den Teilnehmenden, an Lösungsentwicklungen für eine chancengleiche Umgebung mitzuwirken.
Möglichkeiten für Chancengleichheit zu schaffen, war schon damals ein prägendes Thema.
Über viele Jahre war sie in der LAG Soziale Brennpunkte aktiv, lange im Vorstand. Ebenso besteht im Haus breite Erfahrung in ehrenamtlicher Arbeit für Gemeinschaft und Gemeinwesen. So war Monika Dehmel von 2001 bis 2012 Ortsbürgermeisterin von Altwarmbüchen, einer Ortschaft mit 10.000 Einwohner:innen in der Region Hannover.
Für ihr Engagement im Ehrenamt und im beruflichen Wirken erhielten Monika und Gregor Dehmel 2018 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Dieser Erfahrungsschatz prägt unseren Ansatz: Wir verbinden klassische Gemeinwesenarbeit mit zeitgemäßer politischer Bildung und Beteiligung. Wir schaffen Begegnung über Alters-, Herkunfts- und Bildungsgrenzen hinweg und fördern Selbstwirksamkeit, Vertrauen und demokratische Teilhabe. Unser Ansatz ist ressourcenorientiert, sozialraumbezogen und aktivierend – für eine lebendige Nachbarschaft, die Menschen stärkt statt ausschließt.