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SPIELend verbunden

Früh begleitet. Frei bewegt. Sozial verbunden.

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Das Projekt

Im sozial benachteiligten Stadtteil Neumünden in Hann. Münden entsteht am Haus der Nationen – mit einem etablierten Nachbarschaftstreff mit hoher Akzeptanz – ein inklusiver, ganzjährig nutzbarer Wasserspielplatz. Die Idee entstand aus zahlreichen Gesprächen mit Familien, den Frühen Hilfen und sozialen Trägern vor Ort: Es fehlt ein kostenfreier, wohnortnaher Ort, der Kindern aus einkommensschwachen Haushalten Bewegungs-, Begegnungs- und Erlebnisräume bietet – insbesondere auch außerhalb der Sommermonate. Der neue Spielbereich ist mehr als ein Freizeitangebot. Er begegnet struktureller Benachteiligung mit konkreter Infrastruktur für soziale Teilhabe, Gesundheitsförderung und Prävention. Die Kombination aus Wasserelementen und Spielmodulen ermöglicht ganzjähriges Spielen im direkten Wohnumfeld – ohne Konsumzwang, ohne Zugangshürden. Das Projekt ist eng an bestehende Gemeinwesenstrukturen angebunden: Das Haus der Nationen bietet bereits heute Angebote wie Bürgergeldberatung, Digital- und Formularlotsen, Freizeitgruppen, Selbsthilfeinitiativen sowie niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten. Die Frühen Hilfen des Landkreises sowie weitere soziale Akteure nutzen den Ort regelmäßig für aufsuchende Arbeit mit Familien – der neue Spielbereich wird deren Zugang und Wirksamkeit wesentlich verbessern. Geplant ist ein partizipativer Prozess: Kinder und Familien gestalten die Fläche mit, Nachbar*innen übernehmen Verantwortung für Pflege und Nutzung. So entsteht ein generationsübergreifender Treffpunkt, der nicht nur Kindern Bewegungsfreude schenkt, sondern das Quartier sozial zusammenwachsen lässt. Der Spielplatz schafft einen langfristigen, sozialraumorientierten Zugang zu Gesundheitsförderung und Teilhabe. Er stärkt Netzwerke, überwindet Sprachbarrieren und macht Chancengleichheit im Alltag sichtbar. Ein Ort, der bleibt – auch über die Förderlaufzeit hinaus. Durch die enge Verzahnung mit den Frühen Hilfen und sozialen Partnern leistet das Projekt zudem einen Beitrag zur Armutsprävention, frühen Förderung und Bildungsnähe – im direkten Lebensumfeld der Kinder.

Ausgangslage

Der Stadtteil Neumünden ist stark von Kinderarmut, Bildungsbenachteiligung und sozialer Ungleichheit geprägt. Viele Familien leben in beengten Wohnverhältnissen mit begrenztem Zugang zu Freizeitangeboten. Es fehlt an kindgerechten, öffentlichen Räumen, die wohnortnah, kostenfrei und ohne Konsumzwang nutzbar sind. Ein vorhandener Spielplatz im Quartier ist veraltet, einfach ausgestattet und bieten kaum Möglichkeiten zur motorischen oder kreativen Entfaltung. Bewegungsförderung im öffentlichen Raum findet kaum statt – besonders für Vorschulkinder fehlen geeignete Angebote. Zudem können sich viele Familien nicht leisten, mit ihren Kindern zu weiter entfernten Freizeitmöglichkeiten zu fahren – sei es mit dem Auto oder per Bus. Der Nahverkehr ist nur eingeschränkt verfügbar, was die Mobilität zusätzlich hemmt. Die soziale Teilhabe ist oft durch Isolation, Armut, Sprachbarrieren und das Fehlen niedrigschwelliger Begegnungsorte erschwert. Bestehende soziale Angebote stoßen an ihre Grenzen und erreichen nicht alle Zielgruppen. Die Pandemie hat Einsamkeit, psychische Belastungen und Rückzugsverhalten verstärkt – insbesondere Kinder aus benachteiligten Familien sind betroffen. Auch der hohe AfD-Wähleranteil von 36 % spiegelt das gewachsene Gefühl von Ausgrenzung und fehlender Zugehörigkeit wider. Die soziale Ungleichheit im Quartier nimmt weiter zu – mit Folgen für Gesundheit, Entwicklungschancen und gesellschaftliche Teilhabe. Es braucht dringend wohnortnahe Angebote, die Kindern geschützten Raum für Bewegung und Begegnung geben.

Ansatz und Methodik

Zwei Förderperioden im Rahmen von „Gute Nachbarschaft“ bis Ende 2024 ermöglichten den Aufbau tragfähiger Kontakte zu Anwohner*innen, die Sichtbarkeit der Gemeinwesenarbeit (GWA) in Neumünden sowie aufsuchende Arbeit und Befragungen im Quartier. Niedrigschwellige Angebote wie das Nachbarschaftscafé „Plauderstube“, Digital- und Formularlotsen, Flohmärkte, Freizeitgruppen und Informationsveranstaltungen wurden erfolgreich etabliert. Regelmäßige Bürgergeldberatungen unterstützen sozial benachteiligte Haushalte. Seit 2025 stärken neu gegründete Selbsthilfegruppen das soziale Miteinander im Stadtteil spürbar. Die GWA fördert gezielt Selbstorganisation und Nachbarschaftshilfe, vernetzt mit sozialen Trägern und baut auf langjährige Erfahrungen in der Ansprache schwer erreichbarer Bewohnerinnen auf. Themen wie Gesundheit, Erziehung, finanzielle Teilhabe und Zusammenleben werden niedrigschwellig aufgegriffen. Seit 2025 besteht eine enge Kooperation mit den Frühen Hilfen, die regelmäßig im Haus präsent sind und neue Angebote für Familien mit kleinen Kindern entwickeln. Ein vielfältiges Angebot, kontinuierliche Präsenz und Geduld sind Grundvoraussetzungen, um Vertrauen zu gewinnen, Ressourcen zu aktivieren und Teilhabe zu ermöglichen. Die Nähe zu bestehenden Ankerorten wie der Plauderstube erleichtert die Integration neuer Bewegungs- und Begegnungsräume in den Alltag der Quartiersbewohnerinnen.